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Martin Peitz
Professor of Economics
University of Mannheim

 

Postanschrift/Mailing address:

Prof. Dr. Martin Peitz
Department of Economics
University of Mannheim

D-68131 Mannheim

Location: L7, 3-5, 3rd floor, room 330
Email: martin.peitz AT googlemail.com 
Phone: +49(0)621 181 1835

Office hour for students: On Monday during term, from 11:00 a.m. to 12.00 p.m., upon appointment, please contact the secretary

 
Secretary:

Sabine Münch
D-68131 Mannheim
Location: L7, 3-5, 3rd floor, room 3.23
Email: smuench1@rumms.uni-mannheim.de
Phone: +49-621-181-1916      Fax +49-621-181-1914

Office hour: monday - thursday, starting from 09:00 - 13:00h

 

Information für Studienanfänger

Wettbewerb und Regulierung

Wettbewerb und Regulierung prägen viele Wirtschaftssektoren. Ökonomen, die sich mit Wettbewerbs- und Regulierungsfragen beschäftigen, interessieren sich insbesondere für Märkte, die unkontrolliert zu Marktversagen führen.

Zwei Fragen drängen sich auf: Erstens, worin liegen die Ursachen für Marktversagen? Ein möglicher Grund für Marktversagen ist, dass einzelne oder ein Gruppe von Wirtschaftakteuren eine starke Position im Markt haben, die es ihnen erlaubt, das Ergebnis in ihren Interessen zu beeinflussen und Entscheidungen anderer Akteure zu induzieren, die nicht im Sinne der Gesellschaft sind. Marktversagen entsteht auch, wenn Entscheidungen die die Wohlfahrt unbeteiligter Dritter beeinflussen (externe Effekt), wenn Wirtschaftsakteure ihre Entscheidungen auf Basis unterschiedlicher Informationen treffen, insbesondere wenn ein Wirtschaftsakteur besser informiert ist über entscheidungsrelevante Sachverhalte als andere Akteure (asymmetrische Information) oder wenn Wirtschaftsakteure systematisch für sie nicht optimale Enscheidungen treffen.

Zweitens, sollten durch staatliche Interventionen das Verhalten der Marktteilnehmer zu beeinflussen oder zu beschränken? Solche Interventionen können ex post – also nach Eintritt eines Marktsversagens – erfolgen oder ex ante – also bevor es zu einem Marktversagen (oder einem verschärften Marktversagen) kommt.

Insbesondere für Unternehmen, die Marktmacht besitzen, werden unabhängig vom Sektor, dem sie angehören, Eingriffsmöglichkeiten einer Wettbewerbsbehörde und der Gerichte im Wettbewerbsrecht definiert (in Deutschland insbesondere in Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen). Im Fall der Fusionskontrolle findet eine Überprüfung ex ante statt, also bevor es zu einer Fusion kommt. Eine Intervention kann ex post stattfinden, wenn ein Unternehmen seine marktbeherrschende Stellung missbraucht. Beispielsweise können bestimmte Lieferverträge für ungültig erklärt werden. Manche Verhaltensweisen sind generell untersagt. So sind beispielsweise Preisabsprachen unter Wettbewerbern verboten, und bereits der Versuch einer solchen Absprache ist strafbar.

Besonders problematische Sektoren können regelmäßig untersucht werden und einer sektorspezifischen Regulierung unterliegen. Dies ist insbesondere in netzbasierten Industrien der Fall, also beispielsweise für Elektrizität, Telekommunikation und Bahn. In Deutschland wird diese Aufgabe von der Bundesnetzagentur ausgeübt.

Forschung

Die Forschung zu Wettbewerb und Regulierung hat seit den 1970er Jahren die Entwicklungen in der Spieltheorie geprägt. Wichtige spieltheoretische Erkenntnisse wurden zuerst im Rahmen von Märkten mit Marktversagen entwickelt. Die Entwicklung der letzten beiden Jahrzehnte ist geprägt durch eine detailgenauere Erfassung von institutionellen Rahmenbedingungen. Bei der Fortentwicklung haben insbesondere zwei Änderungen eine wichtige Rolle gespielt. Erstens hat auf europäischer Ebene die ökonomische gegenüber einer rein rechtlichen Analyse von Wettbewerbsfragen an Bedeutung gewonnen und zweitens sind insbesondere Unternehmen der Informationstechnologien und des Internets in den Fokus von Wettbewerbsbehörden gekommen (Microsoft, Google), was ein gutes Verständnis der Wirkungsweise dieser Märkte erfordert. Die bedeutenden Erkenntnisgewinne in diesem Bereich wurden auch durch die Verleihung des Nobelpreises in Ökonomie an Jean Tirole gewürdigt, der diesen nachhaltig geprägt hat. Jean Tirole ist Professor in Toulouse und Ehrendoktor der Universität Mannheim.

Wettbewerb und Regulierung im Mannheimer Bachelorstudium

In Mannheim beschäftigt sich eine Gruppe von Wissenschaftlern mit Wettbewerbs- und Regulierungsfragen. Für Bachelorstudenten werden regelmäßig Vorlesungen und Seminare hierzu angeboten. Das Mannheim Centre for Competition and Innovation (MACCI, www.macci.eu) organisiert außerdem regelmäßig Veranstaltungen zu aktuellen Fragestellungen; einige dieser Veranstaltungen sind auch für Studierende im Bachelorbereich von Interesse (insbesondere das Mannheim Competition Policy Forum, MCPF, www.macci-mannheim.eu/macci-mannheim-centre-for-competition-and-innovation/events/mannheim-competition-policy-forum-mcpf.html).